Dienstag, 9. August 2016

Gefahren des digitalen Lernens

"Zwischen selbstfahrenden Autos und digitalen Lernmedien gibt es eine direkte Verbindung: den Datenverbrauch. Das autonome Auto bewegt sich nur in einem Universum von Sensoren, das virtuelle Klassenzimmer ist ein Schattenarchiv von Bildungsbiographien. Das Schicksal der Daten bleibt im Dunkeln. Versicherungen und Datenhändler könnten sich dafür interessieren. Für die Anbieter von Massive Open Online Courses, sprich: Moocs, öffnet sich ein lukratives Nebengeschäft. Manche Mooc-Anbieter bieten sich schon heute als Personalvermittler an.
Sie handeln mit einem kostbaren Wissen. Lerndaten sind Auskunftsdateien der Persönlichkeit. Sie sagen viel über Auffassungsgabe und Konzentrationsfähigkeit, über Schwächen, Erinnerungsvermögen, Motivation. Der Schweizer Mathematiker Paul-Olivier Dehaye, der an der Universität Zürich ein Online-Seminar über die Geschäftsmodelle von Bildungsanbietern abhielt, fragte den kalifornischen Weltmarktführer Coursera einmal nach dem Verbleib seiner Daten: ohne Reaktion. Er wollte sie nach geltendem EU-Recht wiederhaben: ohne Erfolg. Und ohne weitere Erklärung." (Entmündigung als Bildungsziel faz.net 14.7.2016)

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