Donnerstag, 18. Juni 2015

Papst nennt Lebensstil der Menschen "selbstmörderisch"

Papst nennt Lebensstil der Menschen "selbstmörderisch", Spiegel online 18.6.15
Papst Franziskus hat in seiner neuen Enzyklika eine rasche Abkehr von den fossilen Energieträgern angemahnt. Zudem kritisierte das katholische Kirchenoberhaupt Konsumrausch, Umweltzerstörung und eine Unterwerfung der Politik unter die Wirtschaft. "Niemals haben wir unser gemeinsames Haus so schlecht behandelt und verletzt wie in den vergangenen beiden Jahrhunderten", erklärt der Papst in seinem Weltrundschreiben "Laudato si", das nun offiziell veröffentlicht wurde.

Laudato si’

[...] Der Papst fordert damit eine sogenannte Dekarbonisierung der Weltwirtschaft und einen Erdöl- und Kohleausstieg. Ebenfalls kritisiert der Papst den Konsumismus. Der „Rhythmus des Konsums, der Verschwendung und der Veränderung der Umwelt hat die Kapazität des Planeten derart überschritten, dass der gegenwärtige Lebensstil nur in Katastrophen enden“ könne.
Weiterhin kritisiert der Papst die Dominanz der Wirtschaft, insbesondere der Finanzwirtschaft gegenüber der Politik, die einen wirksamen Umweltschutz verhindere. Die Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen zeige sich in der Erfolglosigkeit der Weltgipfel über Umweltfragen. Damit einher gingen auch große sozialpolitische Verwerfungen. So verursache der Reichtum in den reichen Staaten unmittelbar die Armut in anderen Staaten, weswegen in Industriestaaten eine Wachstumsverlangsamung geboten sei, um armen Staaten mehr Entwicklungsschancen zu bieten. Es sei unvertretbar, dass einige mehr und mehr konsumierten und zerstörten, während andere noch nicht entsprechend ihrer Menschenwürde leben könnten.[10] [...]Seite „Laudato si’“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 19. Juni 2015, 17:48 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Laudato_si%E2%80%99&oldid=143240727 (Abgerufen: 19. Juni 2015, 18:39 UTC)
Interview mit Antonio Sparado über sein Bild von Papst Franziskus*
Franziskus kommt, wie er ist, er schätzt nicht die Wirkung seiner Worte ab im Sinne eines kalkulierten Effekts. Sein Ziel ist es, sich selbst zu vermitteln, Beziehungen und Begegnungen zu stiften. Dafür benutzt er eine allgemein verständliche Sprache. Seine Sprache ist nah an uns, er taktiert nicht. Er nimmt in Kauf, dass er missverstanden und falsch interpretiert wird. 
*"2011 wurde Spadaro von Benedikt XVI. als Berater in zwei Päpstliche Räte berufen: Soziale Kommunikationsmittel und Kultur. Im Mai 2015 klopfte Franziskus an: Spadaro ist jetzt auch Mitglied der vatikanischen Medienkommission. Er hat nicht nur die "Biblioteca di Papa Francesco" ediert – Bücher sämtlicher Literaten und Theologen, die Papst Franziskus in seinem Interview von 2013 zitiert. Er hat auch ein Buch über "Cyberteologia" geschrieben." ("Glaubt nicht allein den Dokumenten!" , ZEIT online, 19.6.15)

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