Sonntag, 6. Juli 2025

Rückblick auf die Coronaepidemie und die unzureichende Aufarbeitung

 Während der Coronaepidemie wurden viele sehr ungewohnte Maßnahmen ergriffen und viele Fehler gemacht.

Der Hauptfehler war meiner Meinung nach aber nicht, dass Maßnahmen als alternativlos dargestellt wurden und deshalb verteidigt worden wären. Der Hauptfehler war m.E., dass man der Bevölkerung Angst zu machen versucht hat, um sie zur Zustimmung zu solchen Maßnahmen zu bringen.

Das hat dazu geführt, dass ein Teil der Gesellschaft eine (im Nachhinein als übertrieben zu bezeichnende) Angst entwickelt hat und andere sich über diese Manipulation empört haben. Das weitere Ergebnis war, dass sehr viele sich über die abweichende Meinung der anderen empört haben. Das hat m.E. zu einer Spaltung der Gesellschaft geführt, die sich auch auf die Beurteilung anderer Fragen übertragen hat.

Plötzlich entstand bei manchen der Eindruck, dass Personen, die die Coronaepidemie als weniger gefährlich ansahen oder auch nur die ergriffenen Maßnahmen als falsch ansahen, entweder böswillig oder demokratie- oder staatsfeindlich seien. Das wurde noch dadurch gesteigert, dass manche meinten, Maßnahmenkritiker wären entweder Coronaleugner (denn solche gab es ja auch, wenn auch nur relativ wenige) oder Anhänger irgendwelcher radikalen Bewegungen (wie etwa des rechtsradikalen Teils der AfD).

Steffen Mau hat darauf aufmerksam gemacht, dass dies auch dazu geführt hat, dass auch andere Fragen mehr und mehr nicht mehr sachlich diskutiert wurden. In seinem Buch Triggerpunkte. Konsens und Konflikt in der Gegenwartsgesellschaft, 2023 hat er das genauer ausgeführt.

Meine Überzeugung ist: Angesichts der schnellen Ausbreitung der Epidemie entstand ein Handlungsdruck, der zu vielen Fehlern geführt hat, die aber in der großen Mehrzahl nahezu unvermeidlich waren. (Für manche sehr fragwürdige Geschäftemacherei sind die Täter verantwortlich, dass man ihnen nicht das Handwerk gelegt hat, gehört aber zu den kaum vermeidbaren menschlichen Fehlleistungen.)

Am bedauerlichsten finde ich aber zweierlei: Dass über der aktuellen Krise Coronaepidemie der weit gefährlichere Klimawandel für viele aus dem Blickfeld geriet und dass noch immer keine halbwegs neutrale Aufarbeitung der Fehler bei den Maßnahmen stattgefunden hat.

Viele Maßnahmen waren falsch. Sie waren aber durchaus nicht absurd. Dass sie von manchen auch im Nachhinein noch als absurd bezeichnet werden, liegt m.E. daran, dass man der Bevölkerung Angst eingejagt hat und Maßnahmenkritiker nicht selten sehr zu Unrecht kritisiert hat.

Die staatlichen Maßnahmen waren nicht absurd, aber das Vorgehen gegen Maßnahmenkritiker war nicht selten völlig unverhältnismäßig.


Schiller über Pornographie

 "Wollust ward dem Wurm gegeben, und der Cherub steht vor Gott."

Ode: An die Freude


Was die Rolle von Trieb- und Bedürfnisbefriedigung im Verhältnis zur Gegenwart Gottes betrifft, darüber hat Schiller in Die Teilung der Erde  etwas angedeutet. Manchem kann das freilich freilich so erscheinen, als wäre die Gegenwart Gottes nicht mehr als eine Art Trostpreis, so feierlich das "Willst du in meinem Himmel mit mir leben: So oft du kommst, er soll dir offen sein" auch klingt.

Wie wichtig es ist, dass Menschen zu Erde werden

Der Nahrungskreislauf als Motor des Lebens:

https://www.weltwissen.online/post/%C3%B6kologie-f%C3%BCr-anf%C3%A4nger-im-dschungel-der-wechselwirkungen

" [...] Die Nahrungskette ist ein kleiner Teil eines großen Kreislaufs. Denn auch die Störche, als Spitzenprädatoren unseres winzigen Ökosystems, gehen am Ende den Weg alles Irdischen. Auf den verlassenen Schlachtfeldern der Selektion zerlegen Würmer, Insekten, Pilze und Bakterien als Destruenten unauffällig organisches Material durch Fäulnis und Verwesung wieder in seine chemischen Ausgangsstoffe. Destruenten kehren die Aufbaureaktionen der Biomassen um, indem sie Abfällen, Exkrementen und Leichen ihre letzte verbliebene chemische Bindungsenergie entziehen. Ohne ihr destruktives Werk würde sich überall tote organische Materie aufhäufen und das Leben über kurz oder lang ersticken. Die Destruenten bewahren uns vor diesem schrecklichen Schicksal und geben gleichzeitig der unbelebten Natur den geborgten Kohlenstoff, Stickstoff Schwefel und Phosphor wieder zurück (Was geschehen kann, wenn ein Glied im Stoffkreislauf fehlt, zeigte sich im letzten Jahrhundert in Australien. Auf dem isolierten Kontinent gab es keine Destruenten, die in der Lage waren, den Dung der von den Europäern eingeführten Rinder und Schafe zu zersetzen. Das Problem konnte erst durch den Import afrikanischer und europäischer Mistkäfer gelöst werden.

Kohlenstoffkreisauf



https://www.weltwissen.online/post/%C3%B6kologie-f%C3%BCr-anf%C3%A4nger-im-dschungel-der-wechselwirkungen

"[...] Der Tod, den wir als „natürlich“ bezeichnen, das Sterben aus Altersschwäche, kommt in der Natur kaum vor. Jämmerlich zu verdursten, zu verhungern, zu erfrieren, erbarmungslosen Mikroben oder Fressfeinden zum Opfer zu fallen, im Schatten größerer Gewächse zu verenden oder sonst wie im Kampf um die Nische zu unterliegen, ist die Bestimmung der allermeisten Pflanzen und Tiere. So haben Rotkehlchen eine Lebenserwartung von einem Jahr, freilaufende Katzen von drei Jahren.[iv] [...]"

Störfaktor Mensch

Der Mensch und die mit ihm entstandene kulturelle Evolution ist ein neuer Spieler in diesem Beziehungsgeflecht, ein Spieler, der die bisherigen rein biologisch-ökologischen Gleichgewichtszustände massiv zu stören vermag. Heute führt der Homo sapiens dem Kohlenstoffkreislauf große Mengen von CO2 zu, die viele Millionen Jahre lang als Kohle-, Erdöl- und Erdgaslager im Boden dem globalen Stoffwechselspiel entzogen waren. Er vermindert damit die Fähigkeit unseres offenen Systems Erde, die empfangene Sonnenenergie wieder abzustrahlen. Die daraus folgende Erwärmung wird zahlreiche Arten über die Ränder ihrer Toleranzkurven bringen. Die Biosphäre wird diesen Eingriff überleben, ihr dynamisches Gleichgewicht aber wird danach ein anderes sein. Wie alle Biotope auf unserem Planeten werden dies auch die Bewohner unseres kleinen Tümpels zu spüren bekommen."Nicht nur die Bewohner des Tümpels bekommen das zu spüren, sondern auch die des kleinen Planeten Erde auf der Umlaufbahn einer der vielen Milliarden Sonnen. (Fontanefan)

Donnerstag, 3. Juli 2025

12 Milliarden D-Mark sind noch nicht in Euro umgetauscht

Wo sind die 12 Milliarden? ZEIT 6.3. 2025

"[...] 

Natürlich fehlt das Geld. Es fehlt ja immer und überall, für Brückensanierungen, Kitas und Verteidigung. Cora Schumacher fehlt die Million für eine Villa auf Mallorca, und im Haushalt der Stadt Bremerhaven fehlen 50 Millionen Euro.

Und 12,2 Milliarden D-Mark, die fehlen auch noch. 

Die Meldung kam Ende des vergangenen Jahres: 12,2 Milliarden D-Mark haben die Deutschen noch, diese Summe wurde bislang nicht in Euro umgetauscht. Warum wollen die Leute die nicht hergeben? Wird die alte Währung gehortet von Menschen, die bei jedem Preis noch dazu sagen: "5 Euro, das sind 10 Mark!", um ihrer Empörung darüber Ausdruck zu verleihen, dass alles teurer wird? Ist es eine Sehnsucht nach Zeiten, in denen die deutsche Wirtschaft gefühlt immer nur wuchs und der amerikanische Präsident unser Freund war? Hoffen Menschen darauf, dass die D-Mark zurückkommt? Vor drei Jahren wollte laut einer Forsa-Umfrage noch immer ein Drittel der Deutschen die D-Mark wiederhaben. 

Wo sind die 12,2 Milliarden? [...]

Mittwoch, 2. Juli 2025

Wege zu nicht-toxischer Kommunikation in der Wikipedia

 Meine erste Reaktion im Chat:

Mein Lob an die zunehmend vielen Wikipedianerinnen, die so freundlich schreiben, dass ich auch Aussagen, die ich für falsch halte, dankbar aufnehme und nachzufühlen versuche.

Gesprächsausschnitte:

Beate: Einführung bemüht verständnisvoll für diejenigen, die sich aus der Wikipedia wegen toxischer Kommunikation zurückziehen; aber auch Hinweise darauf, weshalb es in schriftl. Diskussion schwer ist, Empathie sicherzustellen. (Z.B. die Orientierung an sachlicher Richtigkeit, die von Subjektivität nicht immer zu unterscheiden ist.) 

Hinweis auf Kommunikationsmodelle

Mehrabian

Nur 7% schriftl. Kommunikation beziehen sich auf Gefühle. 

Probleme: Humor ist schriftlich schwer zu kommunizieren

Charakteristika der WP-Kommunikation: schriftlich, zeitversetzt, öffentlich, teil-anonym, langfristig dokumentiert. Regeln betonen die Erfordernis von Nachweisen für Behauptungen


Wichtig natürlich immer die Verantwortung für das Gesamtunternehmen


Einzelaussagen im Gespräch

Yotwen: Kommunikation_in_der_Wikipedia  

Yotwen Besser allgemein Kommunikation betrachten als nur Kritik an toxischer K. 

X: Pausen können helfen gegen Hochschaukeln von Emotionen

Yotwen: Erfahrungsunterschiede machen viel aus, z.B. neue u. erfahrene Wikipedianer 

Salino01: Vorgeschichte zwischen den Partnern verhärtet, heir sprechen nur die, die sich verständigen wollen

Beate: Die anderen hereinholen vielleicht über Workshops

Lutheraner Verschiedene Arten von K. unterschiel. bei Löschdiskussionen u. bei Themen Nahostkonflikt, man sollte von guter K. zu lernen versuchen

Andreas Werle: KIs können Formulierungen in nette umformulieren. Aber es gibt auch die Unterschiede zwischen richtig und falsch. Dabei kann es keine Kompromisse geben. 

Lutheraner: Eine Typologie von Kommunikationen

Benutzer:Enyavar Werbung für Dritte Meinung (3M)

zu Enyavar. Das Beste an 3M ist, dass (üblicherweise) die Meinungen nur nebeneinandergestellt werden und nicht zur Diskussion eingeladen ist.

Dread3M hilft aber weder auf VM noch in der Löschhölle.





Salino01: Empfehlung der Dankefunktion X: Es gibt aber auch Missbrauch der Dankefunktion

Alpenhexe: Welche Deeskalationsstrategien funktionieren?

X: KI Situation zeigen und um Deeskalation bitten

Yotwen: Vielleicht ist es nicht schlechter, sondern eher besser geworden? Könnte man das prüfen?

Beate: Man müsste etwa Meldung sammeln; aber es wird einiges vorbereitet.

Aschmidt

Es gab auch schon eine qualitative Studie von WMDE -- könnte man neu auflegen.

Aschmidt

Dienstag, 1. Juli 2025

Strafanzeige gegen Merz wegen „Aufstachelung zum Angriffskrieg“

 "Der Schauspieler Dieter Hallervorden hat gemeinsam mit dem früheren Koordinator im Bundeskanzleramt, Albrecht Müller, dem langjährigen UN-Diplomaten Michael von der Schulenburg sowie weiteren Künstlern, Journalisten und Politikern Strafanzeige beim Generalbundesanwalt gegen Bundeskanzler Friedrich Merz eingereicht. Der Vorwurf lautet unter Verweis auf § 80a StGB, der Kanzler hätte mit seiner Aussage, Israel würde mit seinem völkerrechtswidrigen Angriff gegen den Iran „die Drecksarbeit für uns alle“ machen, zu einem Angriffskrieg aufgestachelt. Die NachDenkSeiten wollten vor diesem Hintergrund unter anderem wissen, ob der Kanzler hat prüfen lassen, inwieweit diese Strafanzeige für ihn gefährlich werden könnte und wie er es bewertet, dass normale Bundesbürger für sehr ähnliche Aussagen bereits verurteilt worden sind. [...]" (nachdenkseiten 1.7.25)

https://www.nachdenkseiten.de/?p=135363