Freitag, 8. März 2024

Ziviler Friedensdienst (ZFD)

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) ist ein Programm für Gewaltprävention und Friedensförderung in Krisen- und Konfliktregionen. Er setzt sich für eine Welt ein, in der Konflikte ohne Gewalt geregelt werden.(Wikipedia)

https://www.ziviler-friedensdienst.org/de

Die Trägerorganisationen des ZFD haben sich zum Konsortium Ziviler Friedensdienst zusammengeschlossen. Sie widmen sich unterschiedlichen Aufgaben und bringen vielfältige Erfahrungen, Kompetenzen und Methoden in die Arbeit ein. Die Organisationen verfügen über verschiedene Zugänge zu gesellschaftlichen Gruppen in den Partnerländern. Die Aufgaben des Konsortiums liegen in der inhaltlichen Fortentwicklung des ZFD, im Erfahrungsaustausch, in der Verbesserung administrativer Rahmenbedingungen und der Vertretung gemeinsamer Anliegen gegenüber dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und der Öffentlichkeit.

Zum Konsortium ZFD gehören:


Zur Arbeit in der Ukraine: Zu sich selbst kommen im Krieg die Voraussetzung für Empathie. Eine Teezeremonie als Einstieg (Anzeige in Der Freitag vom 22.2.24)

Donnerstag, 7. März 2024

Digga

 Die Bedeutung von Digga in der Jugendsprache

Digga (oder Dicker) wird in der Jugendsprache nicht wortwörtlich, sondern umgangssprachlich meist je nach Kontext synonym zu KumpelFreund oder Bruder in der direkten Ansprache verwendet. Demnach hat es mit dem Begriff „Dicker“, der eine Bezeichnung für dicke Menschen darstellt, nichts zu tun (1). Die häufigste Schreibweise in der Jugendsprache ist Digga. Andere Schreibweisen sind beispielsweise Diggah, Digger oder auch Diggi. Letzteres wird als Verniedlichung verwendet.

https://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.digga-herkunft-bedeutung-mhsd.a1a06b7b-01a6-418f-ab34-97164a11fb11.html

Brechts Kriegsfibel

"Schneiden Sie aus!" der Freitag, 22.2.2024 von Sabine Kebir

 "Ein in seiner Bedeutung bislang unterschätztes Antikriegswerk Bertolt Brechts ist die Kriegsfibel. Sie entstand aus einer im Exil angelegten Sammlung von Kriegsfotos, ausgeschnitten aus deutschen Zeitungen und aus Blättern in Brechts skandinavischen Exilländern sowie den USA. Kombiniert mit Vierzeilern, die Brecht zu den Aufnahmen dichtete, wurde daraus die erst 1955 erschienene Kriegsfibel, ein Gemeinschaftswerk mit Brechts Mitarbeiterin und Geliebten Ruth Berlau
Seit 1937 sammelten sie Zeitungsbilder, beginnend mit Aufnahmen aus dem Spanischen Bürgerkrieg, sodass ein erster Grundstock für das spätere Werk entstand. Aus dem finnischen Exil dankte Berlau 1941 dem in Dänemark gebliebenen Freund Knud Rasmussen enthusiastisch für die Illustrierte Billed Bladed, die bei "himself" Jubel ausgelöst habe."

Brecht dichtete die Vierzeiler zu den Fotos, damit sie nicht im Sinne der Kriegsverherrlichung interpretiert werden konnten:

2
"Was macht ihr, Brüder?" – "Einen Eisenwagen."
Und was aus diesen Platten dicht daneben?
"Geschosse, die durch Eisenwände schlagen."
"Und warum all das, Brüder?" – "Um zu leben."

13
Er war zwar ihres Feindes Feind, jedoch
War etwas an ihm, was man nicht verzeiht
Denn seht: ihr Feind war seine Obrigkeit.
So warfen sie ihn als Rebell ins Loch.

15
Wir sind's, die über deine Stadt gekommen
Oh Frau, die du um deine Kinder bangst!
Wir haben dich und sie aufs Ziel genommen
Und fragst du uns warum, so wiss': aus Angst

17
Noch bin ich eine Stadt, doch nicht mehr lange.
Fünfzig Geschlechter haben mich bewohnt
Wenn ich die Todesvögel jetzt empfange:
In tausend Jahren erbaut, verheert in einem Mond.

Zum Foto einer beim Anblick ihres
toten Kindes schreienden Frau 
im britisch kolonisierten Singapur, 
das von Japan bombardiert worden ist:

Oh Stimme aus dem Doppeljammerchore
Der Opfer und der Opferer in Fron
Der Sohn des Himmels, Frau, braucht Singapore
Und niemand als du selbst braucht deinen Sohn.


Dienstag, 5. März 2024

Widersprechen die Konzepte "Rasse" und "Geschlecht" dem Gleichheitsgrundsatz der Menschenrechte?

 Wen man allein vom Äußeren her urteilt, lassen sich deutliche Unterschiede wie Hautfarbe, Gesichtszüge u.ä. erkennen; aber seit man das menschliche Genom entziffert hat, ist erkennbar, dass die genetischen Unterschiede innerhalb einer solchen Gruppe mit gemeinsamen äußeren Merkmalen (vormals: "Rasse") weit größer sind als die gemeinsamen Unterschiede einer "Rasse" zur anderen.

Das allein brauchte kein Grund zu sein, den Begriff "Rasse" fallen zu lassen. Aber im Laufe der Neuzeit hat sich gezeigt, dass die Einteilung in "Rassen" so fundamental dem Gedanken der allgemeinen Menschenrechte widerspricht [der schrecklichste Beleg dafür ist der Holocaust], dass das Konzept "Rasse" (zu Recht) in Misskredit gekommen ist. (Denn im Unterschied zu Religionen oder dem Rechtsstatus (Freier oder Sklave) ist der Unterschied ja biologisch vorgegeben.)

Angesichts der Hartnäckigkeit, mit der sich Geschlechterrollen trotz rechtlicher Gleichstellung fortbestehen, gewinnt gegenwärtig der Gedanke an Zustimmung, dass man auch auf diesem Feld eine biologische Festlegung, da menschenrechtswidrig, abschaffen sollte. Aber das ist noch umstritten. Immerhin sind deutliche Annäherungen der Geschlechtsrollen erkennbar, die es als möglich erscheinen lassen, dass zureichende Gleichbehandlung auch ohne freie Geschlechtswahl erreichbar ist. 

Documenta, Antisemitismus und Israel

 "Man muss der Welt das Recht einräumen, die Documenta selbst zu perspektivieren. Perspektivieren, wohlgemerkt, heißt nicht Relativieren. Es geht um die Feststellung verschiedener Wahrnehmungen. 1943 wurden in West-Bengalen 1,5 - 4 Millionen Menschen von Churchill wissentlich dem Hungerstod [!] ausgeliefert. Infolgedessen betrachten Inder:nnen die Rolle Großbritanniens im Zweiten Weltkrieg anders als Europäer:innen. Die Akzeptanz solcher 'gegenläufiger Gedächtnisse' (D..Diner) gehört zu einem Blick auf die Welt, der in der Lage ist, Widersprüche auszuhalten.

Wer in der globalisierten Welt eine 'Weltkunstausstellung' realisieren will, dem kann diese Welt nicht mehr bloße Gegenstand kuratorischen Bemühens sein. Ihre Bewohner:innen sind selbstbewusste Akteur:innen auf der Bühne, auf die man sie eingeladen hat. Dem Divergenten einen Platz zu gewähren, stellt daher die einzige Möglichkeit da, über seine Legitimität oder Illegitimität zu urteilen, denn darüber kann einzig im Diskurs entschieden werden." (Leonhard Emmerling u. Wolf Iro: Quo vadis Documenta? in: Frankfurter Rundschau 5.3.24, S.26/27)

Ich übernehme den Hinweis auf Churchills 'wissentlich' ungeprüft und weise ebenfalls ungeprüft auf das (auf Stalin gemünzte) Wort, gegen Hitler, werde er (Churchill)  sich 'mit dem Teufel selbst verbünden' und auf Rolf Hochhuths Angriff auf Churchill im Zusammenhang mit den Bombardierungen (Luftkrieg, bekanntlich von Deutschland begonnen) deutscher Großstädte ('zweite Front') und den Unfall (?) der polnischen Exilregierung bei dem Flug mit einem britischen Flugzeug sowie auf Gandhis Solidaritätsbotschaft an Hitler angesichts der gemeinsamen Gegnerschaft Großbritanniens. Letzteres schreibe ich in der Überzeugung, dass ich Gandhis moralische Autorität damit nicht gefährden kann, um klarzumachen, dass menschliche Perspektiven in einer 'Welt voll Teufeln' (Luther) immer wieder unvereinbar sein werden.

Montag, 4. März 2024

Die Todesopfer der letzten größeren Kriege

 Man beachte auch den Hinweis am Schluss der Seite!

  1. Syrischer Bürgerkrieg: Über 500.000 Tote (laut Schätzungen von 2021)
  2. Jemenitische Krise: Über 233.000 Tote (laut Schätzungen von 2021)
  3. Ukrainekrieg: Über 13.000 Tote (Stand August 2021)
  4. Krieg gegen den Terror: Über 900.000 Tote (laut Schätzungen von 2018)
  5. Krieg in Afghanistan: Über 157.000 Tote (laut Schätzungen von 2021)
  6. Krieg im Irak: Über 500.000 Tote (laut Schätzungen von 2019)
  7. Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik: Über 20.000 Tote (laut Schätzungen von 2021)
  8. Erster Golfkrieg (1990-1991) - Die Zahl der Todesopfer während des Krieges wird auf etwa 25.000 bis 50.000 geschätzt. Die Wirkung des Embargos auf die zivile Bevölkerung des Irak wird ebenfalls auf Hunderttausende von Todesopfern geschätzt, da es den Zugang zu Nahrungsmitteln, Medikamenten und medizinischer Versorgung einschränkte.
  9. Zwischenkriegszeit (1991-2003) - Während der Zeit zwischen den beiden Kriegen im Irak führten die Sanktionen und das Embargo gegen den Irak zu einem Anstieg der Sterblichkeit und der Morbidität, insbesondere bei Kindern. Einige Schätzungen gehen davon aus, dass während dieser Zeit zwischen 1991 und 2003 rund 500.000 Kinder unter 5 Jahren an den Auswirkungen des Embargos gestorben sind.
  10. Zweiter Golfkrieg (2003-2011) - Die Anzahl der Todesopfer während des Krieges ist umstritten, aber Schätzungen variieren zwischen 100.000 und 200.000 getöteten Zivilisten und Kämpfern. Einige Schätzungen gehen sogar von noch höheren Todeszahlen aus. Insgesamt wird geschätzt, dass der Krieg im Irak insgesamt mehr als 500.000 Menschenleben gekostet hat.

Der Konflikt in der Ukraine begann im Jahr 2014, als pro-russische Separatisten in der Ostukraine die Kontrolle über Teile der Regionen Donezk und Luhansk übernahmen. Der Konflikt wurde durch den Sturz des pro-russischen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch ausgelöst und durch eine Debatte über die Zukunft der Ukraine zwischen pro-russischen und pro-westlichen Kräften verschärft.

Die Separatisten erklärten die Gründung der "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk, die von Russland unterstützt wurden. Die Ukraine erklärte den Konflikt zu einem Krieg und setzte ihre Streitkräfte gegen die Separatisten ein. Russland unterstützte die Separatisten und wurde beschuldigt, Truppen und Waffen in die Ukraine zu schicken.

Der Konflikt hat Tausende von Menschenleben gefordert und zu einer humanitären Krise geführt, insbesondere in den von den Separatisten kontrollierten Gebieten. Friedensbemühungen und Waffenstillstandsabkommen haben bisher keinen dauerhaften Frieden gebracht, und der Konflikt dauert bis heute an.

sieh gutefrage.net von Benutzer: jesuskommrumja

Der Benutzer jesuskommrumja bedient sich einer etwas problematischen Zählung, insofern er einerseits mehrere Kriege unter "Krieg gegen den Terror" zusammenfasst, und indem er die beiden Irakkriege des 21. Jahrhunderts als Golfkrieg bezeichnet und damit den verlustreichen 1. Golfkrieg zwischen Iran und Irak aus dem 20. Jh. übergeht. Dieser Krieg dauerte rund acht Jahre und kostete geschätzt 360 000 bis 1 Million Menschenleben. 

Sonntag, 3. März 2024

Haltlose Beschuldigungen en masse produzieren?

 Immanuel Kant und Maria Montessori wird Rassismus vorgeworfen.

Kant lebte zu einer Zeit, wo selbst revolutionäre Umstürzler bei einer Erklärung der allgemeinen Menschenrechte nicht bedachten, dass Wesen mit sehr dunkler Haut Menschen sein könnten: 1176, 1789.

Als er über Frieden nachdachte, kam er nicht auf den Gedanken, einem einzelnen Staat so viele Vorrechte zu geben, dass er die Weltgemeinschaft daran hindern dürfte, Maßnahmen zur Erhaltung des Friedens zu ergreifen. Die Gründer der Vereinten Nationen hielten es 1945 für notwendig. - Wer hat den Gleichheitsgedanken energischer vertreten? 

Maria Montessori wollte auch Kinder, die für schwachsinnig gehalten wurden, fördern. War das Rassismus?