Sonntag, 8. August 2021

Kontroverse, Meinungsfreiheit, Konsens, Demokratie

Schriftstellerin Daniela Krien

„Bei zu vielen Themen ist es ein Eiertanz geworden, darüber zu sprechen“ 

FR 7.8.21 Interview mit Cornela Geißler über den Roman "Der Brand"

"[...] 

Was war das ursprüngliche Thema beim neuen Buch? Ein Paar, das in die Krise gerät, weil die Kinder aus dem Haus sind? 

 Nein, ich wollte darstellen, warum sich freiheitlich und liberal gesinnte Menschen in unserer Gesellschaft zunehmend fremd fühlen. Das Paar hatte ich erst noch gar nicht. Erst wenn ich anfange zu schreiben, entstehen die Figuren. Bestenfalls sehe ich Bilder wie in einem Film. Figuren kristallisieren sich heraus, und dann komme ich mit ihnen ins Gespräch. Die Aspekte meines Themas ordne ich erst beim Schreiben selbst. Wenn ich dann fertig bin, fühle ich mich erstmal leer: Alles, was ich zuvor aufgesaugt hatte, ist dann ausgepresst.

 Sie erzählen hier chronologisch, schreiben Sie auch chronologisch?

Ich schreibe einmal durch, dann gehe ich zurück und überarbeite. Im Fall von „Der Brand“ war es ein schönes, leichtes Schreiben, es fügte sich alles gut. In der Überarbeitung streiche ich vor allem, denn ich möchte relativ wenig vorgeben, damit die Leser ihren eigenen Phantasie- und Deutungsraum behalten. Und vor allem will ich niemandem meine Meinung aufdrängen. [...]"

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