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Donnerstag, 30. September 2021
Veränderungsbedarf im Gesundheitswesen
Mittwoch, 29. September 2021
Lorenz Jäger: Heidegger. Ein deutsches Leben
Wikipedia: Martin Heidegger
Jäger: https://www.perlentaucher.de/buch/lorenz-jaeger/heidegger.html
Rezension von Gumbrecht NZZ 28.9.21
Sieh auch:
Rüdiger Safranski Ein Meister aus Deutschland. Heidegger und seine Zeit. 1994
Dienstag, 28. September 2021
Wählen Frauen anders als Männer?
Wählen Frauen anders als Männer? Von: Gesine Fuchs 12.10.2018 bpb
"[...] Schließlich fällt auf, dass die Alternative für Deutschland deutlich weniger von Frauen gewählt wird: 2017 stimmten 9,2 Prozent der Frauen und 12,6 Prozent der Männer für diese Partei. Das ist insofern erstaunlich, als Frauen gleich häufig wie Männer rechtspopulistisch eingestellt sind.[21] In der internationalen Forschung wird vermutet,[22] dass eine weiterhin engere Kirchenbindung von Frauen die Wahl von Rechtspopulisten weniger wahrscheinlich macht und Frauen eher eine soziale Stigmatisierung bei entsprechender Wahlentscheidung fürchten als Männer. Auch könnten ein gewalttätiges und aggressives Image die Wahlbereitschaft für rechtspopulistische oder rechtsextreme Parteien schwächen. Frauen an der Spitze rechter Parteien könnten sie hingegen auch attraktiv für Wählerinnen machen. Dazu passt die Instrumentalisierung und Verschmelzung von feministischen Forderungen mit rassistischer Programmatik, wenn etwa Migranten für allen Sexismus im Land verantwortlich gemacht werden und dieser auf ihre Religion beziehungsweise Kultur zurückgeführt wird. Dazu wird die deutsche Mehrheitsgesellschaft als gleichberechtigt und freiheitlich kontrastiert (sogenannter Femonationalimus).[23] Zusammengefasst: Überzeugende Erklärungen für die relative AfD-Unattraktivität bei Frauen müssten noch gefunden werden.
Eine aktuelle Studie auf Grundlage einer selbstselektiven Online-Befragung zeigt, welche politischen Einstellungen, parteipolitischen Präferenzen und Partizipationsverhalten LGBTIQ*-Personen in Deutschland und Österreich haben. In Deutschland zeigte sich eine große Präferenz für linke Parteien (29 Prozent Grüne, 23 Prozent Linke, 21 Prozent SPD); bei Trans- und Queer-Personen präferierten gar über 40 Prozent die Linke – eine Partei, die eine ausdifferenzierte Agenda in Bezug auf Trans*personen hat;[24] spezifische, kleinere programmatische Unterschiede können also unter bestimmten Umständen zu unterschiedlichen Parteipräferenzen führen. [...]"
Freitag, 24. September 2021
"Polen - das heißt nirgendwo"
Polen - das heißt nirgendwo von Artur Becker, FR 24.9.21
"Ein bekannter Lektor eines großen und traditionsreichen Verlags aus Deutschland schrieb mir neulich, er habe mein Romanmanuskript „Ein roter Ziegelstein für Izabela“ mit Vergnügen gelesen, der Deutsche interessiere sich aber nicht für Polen und seine Kindheits- und Jugendgeschichten, das Buch werde kein breites Lesepublikum finden. In seiner Ehrlichkeit ein wunderbar durchsichtiges Urteil – und ich musste staunen, habe ich doch schon viele Romane in den letzten 25 Jahren veröffentlicht, deren Handlung in Polen verankert ist, und solche wie „Wodka und Messer“ oder „Drang nach Osten“ sind ja außerdem nicht unbekannt. [...] vor allen Dingen musste ich, nachdem ich die Antwort des Lektors gelesen hatte, an Alfred Jarrys den Dadaismus und das Theater des Absurden und Grotesken vorwegnehmendes Stück „König Ubu“ denken, das 1896 in Paris uraufgeführt wurde. [...] Jarry soll einmal über sein groteskes Drama gesagt haben, es spiele in Polen, also nirgendwo ...International berühmt geworden ist „König Ubu“ erst nach seiner Publikation 1922, lange nach dem Tod des Exzentrikers und Poète maudit im Jahre 1907, dem die Pariser Literaturkritik konsequent aus dem Weg gegangen war.
Es wurde aber in viele Sprachen übersetzt. Das literarische Multitalent Tadeusz Boy-Zelenski übersetzte „König Ubu“ 1936 ins Polnische, und der Spruch „Polen – das heißt nirgendwo“ wurde schnell zu einem kulturgeschichtlich-idiomatischen Ausdruck, der stark an jene „konzeptuellen Metaphern“ erinnert, die es vermögen, mehrere komplizierte geschichtliche, soziologische und kulturgeschichtliche – auch idiosynkratische – Phänomene bildhaft und in wenigen Worten als ein geschlossenes Ganzes, wie aus einem Guss, zusammenzufassen. [...]"